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Presse

Hesepe. Freizeit ist wenig. Eigentlich sind Sabine und Michael Jedamczyk immer auf Sendung - selbst am Wochenende. Das Bramscher Ehepaar betreibt die Firma „Fun-Sport and more“, einen Onlinehandel für Sport- und Fitnessgeräte, Heim- und Gartenbedarf sowie Spielzeug. „Wenn unsere Kunden heute im Internet bestellen, warten Sie morgen auf die Zustellung“, sagt Michael Jedamczyk. Er behält die Mailbox auch sonntags im Blick. Praktisch, dass das Büro des Unternehmens im Privathaus der Jedamczyks untergebracht ist.

Zum Abschalten kommt der 42-Jährige dabei allerdings selten. „Das ist schwierig“, gesteht er: „Nachts liege ich manches Mal wach, weil die Gedanken beständig um die Firma kreisen. Ich habe aber immer Spaß an meiner Arbeit.“ Entspannen kann er am besten zusammen mit Freunden, beim gemeinsamen Essen und Kochen, erzählt Jedamczyk. Da passiert es, dass er alles andere vergisst. Im Urlaub schaltet er sein Handy ab, das muss sein. Wegen des Geschäfts sind die beiden aber nie mehr als acht bis zehn Tage am Stück unterwegs. Das klingt nach einem anstrengenden Leben, doch im Gespräch lassen Jedamczyks keinen Zweifel daran: Sie wollen es so. Beide sind Vollblutunternehmer. Beständig entwickeln sie neue Ideen, versuchen sich am Markt besser zu positionieren. Das ist nicht einfach ein Beruf, ein Job, das ist eine Lebenshaltung. „Ich trenne eigentlich nicht zwischen Freizeit und Arbeit“, so Michael Jedamczyk. Im Onlinehandel komme es entscheidend auf Schnelligkeit an, erklären beide. Der Markt ist ein Haifischbecken. Ihr kleines Unternehmen steht in direkter Konkurrenz mit Großkonzernen, die ähnliche Produkte anbieten. „Man muss sich ständig weiterentwickeln“, so Sabine Jedamczyk: „Wer im Netz stehen bleibt, hat schon verloren.“

Das Verkaufen hat sich das Paar selbst beigebracht. „Ich bin gelernter Holzbearbeitungsmechaniker, das ist eine Art Zimmermann“, erklärt Michael Jedamczyk. Seine Frau war mal Arzthelferin. Beider Eltern sind selbständig. Dennoch war der Weg zum eigenen Unternehmen keineswegs vorgezeichnet. Alles begann im Spätsommer des Jahres 1992. „Uns bot sich kurzfristig die Chance, sehr günstig einen Sattelzug voll Sportgeräte zu kaufen“, erinnert sich Jedamczyk: „Für die Entscheidung hatten wir eine halbe Stunde.“ Er ruft seine Frau an und sagt zu. Drei Tage später trifft der LKW ein, vollgepackt mit 320 Heimtrainern, Laufbändern und anderen Fitnessgeräten. Wohin damit? In der kleinen Wallenhorster Wohnung der Jedamczyks lässt sich die Ware nicht unterbringen. Glücklicherweise stellt der Schwiegervater - er betreibt eine Gärtnerei - eine Lagerhalle zur Verfügung. Nachdem Freunde und Bekannte versorgt sind, beginnt für das Paar eine Art Parallelexistenz als fahrende Händler. Neben zwei vollen Jobs als Angestellte pendeln sie am Wochenende mit ihren Sportgeräten ins Ruhrgebiet. Große Märkte auf Parkplätzen von Verbrauchermärkten bieten optimale Absatzgelegenheiten. „Das lief von Anfang an richtig gut und hat uns sehr viel Spaß gemacht“, sagt Jedamczyk. Um früh genug auf die Plätze in Dortmund oder Duisburg zu gelangen, brechen die Bramscher morgens um vier auf. Dort wird erst das Auto platziert, dann treffen sich die Marktbeschicker am obligatorischen „Büdchen“ auf einen Kaffee. „Wir haben im Ruhrgebiet bis heute ein paar gute Freunde aus dieser Zeit“, erzählt das Paar. In Erinnerung an die muntere Gemeinschaft leuchten ihre Augen. Der Umgang miteinander sei sehr locker gewesen. „Im Winter kamen die Kollegen immer besonders gern zu uns, da konnten sie sich am Fahrradtrainer aufwärmen.“

Einige Jahre genießen Sabine und Michael Jedamczyk ihr Leben als freie Markthändler. Doch mit zunehmendem Alter werden die Fragen drängender: Was wollen wir? Wo soll es hingehen? „Wir hatten uns in Bramsche einen Freundeskreis aufgebaut“, erzählt Jedamczyk. Das Geschäft an den Wochenenden belastet das Privatleben. Im Jahr 2000 entscheidet das Paar: Wir eröffnen einen Laden an der Bramscher Lindenstraße. „Dort gab es auch Solarien und günstige Sporttextilien aus den Niederlanden und Großbritannien“, so Jedamczyk. Ab 2001 bietet er seine Produkte bei eBay an. Die meisten Wochenendmärkte fallen weg. Drei Jahre später verlegen Jedamczyks die Geschäfte vollständig ins Internet. In Hesepe bauen sie sich eine eigene Halle. Den Laden geben sie auf. „Wir haben festgestellt, dass der Beratungsaufwand zu hoch war“, erklärt der Firmenchef: „Auch im Onlinegeschäft ist die fachkundige Beratung aber eine unserer Stärken. Wir reagieren zeitnah auf Anfragen. Wir kennen unsere Produkte besonders gut.“

Innerhalb von mehr als 20 Jahren haben Sabine und Michael Jedamczyk ihr durch und durch analoges Geschäft komplett in die digitale Welt transformiert. Heute geht es nicht mehr um den besten Platz auf dem Wochenendmarkt, sondern um das beste Ranking bei Google. Jedamczyk ist stolz, dass er mit fast allen Produkten auf der ersten Seite bei Google vertreten ist: „Einer unserer Mitarbeiter hat sich dafür eigens qualifiziert.“ In Büro und Lager beschäftigt das Paar fünf Angestellte. Sabine Jedamczyk hat sich im Laufe des Gesprächs seltener zu Wort gemeldet als ihr temperamentvoller Mann. Der sagt über seine Frau: „Ohne sie ginge in unserem Unternehmen gar nichts!“ Die 43-jährige ist erkennbar der ruhende Pol der gemeinsamen Firma. Ihr Mann hat sich vorgenommen, seiner Frau darin mehr nachzueifern. Er übt zurzeit Feierabend.

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